Die erste von drei Wochen ist geschafft und das Neue stürzt immer noch fast täglich auf einen ein. Peking hat sich rausgeputzt für die Spiele, alles bis zur Perfektion geplant. Zehntausende Freiwillige lächeln einen rund um die Uhr an, Grüßen in den immergleichen Phrasen und lesen einem beinahe jeden Wunsch von den Augen ab. Das Mediendorf gleicht einem komfortablen Hotelkomplex, es gibt Swimming Pool, Fitnessraum und Supermarkt. Jeden Tag wird das Zimmer geputzt und es gibt neue Handtücher. Ob man will oder nicht.
Mit dem wirklichen China hat das natürlich so viel gemein wie Berlin mit dem Pazifik. Dieses echte Peking erlebt man nur bei Taxifahrten quer durch die Stadt, wenn der Fahrer dauerschimpfend die Olympia-Umleitungen bewältigt. Oder auch bei der Fahrt zur Chinesischen Mauer. Wegen der Visa-Beschränkungen während der Spiele trifft man dort neben ausländischen Journalisten und Sportlern lediglich chinesische Touristen.
Oder auch bei der Fahrt zur Universitätssporthalle, dort finden die Tischtenniswettbewerbe statt, sieht man das richtige Peking. Zehntausende von Fahrrädern, junge Leute auf der genau gleichen Hatz in den Hörsaal mit den gleichen verschlafenen Augen wie auch bei den deutschen Studenten. Aus kleinen Wellblechhütten steigen exotische Gerüche in die Nase, doch zum Essen dort fehlt manchmal der Mut. Aber der kommt bestimmt noch. Das Überleben ist ohnehin äußerst günstig, wer für Nahrung mehr als fünf Euro pro Tag ausgibt, hat etwas falsch gemacht.
Der Chinese an sich ist stets distanziert, zurückhaltend und rennt (wirklich) immer mit diesem Lächeln durch die Gegend. Vielleicht schaue ich aber auch nur im flaschen Moment hin. Wenn er jedoch diese Zurückhaltung ablegt, gibt es keine Grenzen. So geschehen bei der Ankunft von Timo Boll. Der ist in China ein Superstar und wurde aus dem Flughafen hinaus von etwa 70 chinesischen Journalisten begleitet. Doch nicht in respektvollem Abstand. Sie zehrten an ihm, redeten irgendwelches Kauderwelsch auf ihn ein, stürzten Übereinander und verursachten damit ein heilloses Chaos.
Soviel zur ersten Woche, ein Update folgt in spätestens sieben Tagen.
Dienstag, 12. August 2008
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